Fatbike: Mit dem Trek Farley 8 durch den Winter

Winterzeit, Fatbike-Zeit. Das dachte sich Dauertester Fischer und stieg für knapp 1200 Kilometer auf das Trek Farley 8 um. Seine Erfahrungen: ausnahmslos positiv.

Das Trek Farley erinnert mich an meinen Traktor. Simpel aufgebaut, robust, nicht aufzuhalten. Das Farley hat sogar fast die gleiche Farbe wie der Claas Axos. Wobei, meistens war der giftgrüne Lack von Schlamm oder Schnee bedeckt. In meinen Augen ist ein Fatbike das perfekte Trainingsrad für den Winter. Zehn Zentimeter Neuschnee auf dem Trail? Kein Problem. Festgefahrene Schneedecke? Ein Traum. Zwei Stunden im Dreck oder Schnee spielen geht immer. Vorausgesetzt, man hat Skihandschuhe, Winterhose und Thermo-Schuhe.

Das Bike hat nur einen Schalthebel. Das erleichtert das Fahren, denn der Sram-Daumenschalter lässt sich auch mit dicken Handschuhen bedienen. Natürlich, man fährt langsamer, so etwa 15 km/h im Schnitt statt wie sonst mit 23 Sachen. Und mit dem Junior samt Schlitten hinten dran wird es noch gemütlicher. Aber: Ich fahre dort Rad, wo es für alle anderen unmöglich ist. Über den Luftdruck habe ich mich ans Handling auf Schnee herangetastet. Erst mit 0,8 bar, später dann mit nur noch 0,4 bar in den Reifen. An das wippende Fahrgefühl musste ich mich erst gewöhnen. Die Reifen federn zwar, dämpfen aber nicht. Mein Highlight war die Tour auf der mit sieben Kilometern längsten Rodelbahn des Zillertals: festgefahrene Schneedecke mit frischem Pulver drauf, brutal kraftraubend bergauf – aber eine Riesen-Drift-Gaudi bergab.

Mit einem Fatbike wird man auch automatisch zum Kommunikator. Die Leute glotzen, quatschen dich an, das Trek hat mehr Hälse verdreht als alle anderen teuren Bikes, die ich je zuvor gefahren bin. Außer Wassereimer, Bürste und Ölkanne habe ich in vier Monaten nichts anderes für die Wartung gebraucht. Kein Platten, nicht mal Schaltung justieren. Klar, wo es wenig Technik gibt, kann auch wenig kaputtgehen. Eine Federgabel finde ich im Winter übrigens nicht zwingend erforderlich, und mir hat auch die 160er-Bremsscheibe vorne gereicht, da man auf glattem Untergrund eh Feingefühl für Bremse und Lenkung braucht. Das 30er-Kettenblatt war ausreichend. Allerdings ist mein Oberschenkelumfang durch den nötigen Krafteinsatz messbar gewachsen. Wie das Trek auf einer echten Skipiste fährt, habe ich noch nicht getestet. Mal sehen, vielleicht besteche ich ja den Liftmann im Zillertal, damit er mich mitsamt dem Bike in die Gondel lässt.

Fazit: Stressfreier geht es nicht. Ein Fatbike wie dieses Trek verlängert die Bike-Saison und macht dabei mächtig Spaß. Als Dritt-Bike wäre es mir aber zu teuer.

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